Wespen vertreiben ohne Gift: Was wirklich hilft und was Naturschutz erlaubt
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Der Kuchen steht kaum fünf Minuten draußen, da kreist schon die erste Wespe ums Marmeladenglas — und am Nachbardach hängt seit Wochen ein graues Nest, so groß wie ein Fußball. Der Reflex ist meist derselbe: weg damit. Nur ist das bei Wespen weder so einfach noch überall erlaubt. Hier erfährst du, was rechtlich erlaubt ist, was am Esstisch wirklich hilft — und wann du besser gar nichts unternimmst.
Wespen stehen unter allgemeinem Naturschutz, die Hornisse zusätzlich unter besonderem Schutz mit Genehmigungspflicht für die Nestentfernung. Gegen einzelne Tiere am Esstisch helfen Ablenkfütterung und Schutzgitter — ein bestehendes Nest lässt man am besten stehen und im Herbst von selbst absterben.
Was rechtlich erlaubt ist — und was nicht
Was am Esstisch wirklich hilft
Die Grundregel: Wespen konkurrieren um Attraktivität. Eine Ablenkfütterung — überreifes Obst oder verdünnte Marmelade, einige Meter vom Sitzplatz entfernt aufgestellt — wirkt nur, wenn sie verlockender ist als dein Teller. Bewusst raten wir dabei von handelsüblichen Tötungsfallen ab: Sie fangen und töten, was ohne vernünftigen Grund nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, und sie treffen überwiegend unbeteiligte Insekten. Warum das so ist und was stattdessen erlaubt bleibt, steht in unserem Ratgeber Wespenfalle verboten?.
Damit erst gar keine Wespe ins Zimmer gelangt:
Als ergänzender, harmloser Baustein — ohne belastbaren Wirksamkeitsnachweis:
5 einfache Regeln gegen Wespen am Tisch
- Süßgetränke abdecken — ein Strohhalm oder Deckel verhindert, dass eine Wespe unbemerkt hineinkrabbelt.
- Fallobst täglich aufsammeln — vergorenes Obst ist im Spätsommer einer der stärksten Anziehungspunkte.
- Fleisch und Wurst zügig wegräumen, statt es auf dem Grillteller stehen zu lassen.
- Ruhig bleiben — hektisches Wedeln wirkt auf Wespen als Angriffssignal und macht es eher schlimmer.
- Ablenkfütterung rechtzeitig aufstellen, schon bevor der erste Kaffee draußen serviert wird, nicht erst wenn die erste Wespe da ist.
Wann ein Fachbetrieb ran muss
Bei einem Hornissennest ist die Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde Pflicht — wende dich dafür an einen Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung oder einen Imkerverein, die kennen den Ablauf und können oft auch eine Umsiedlung statt Zerstörung anbieten. Auch bei Nestern direkt am Hauseingang oder in der Nähe von Allergiker:innen ist professionelle Hilfe die sicherere Wahl als ein Eigenversuch mit Hausmitteln.
Häufige Fragen zu Wespen im Garten
Sind Wespen in Deutschland geschützt?
Ja, alle wildlebenden Insekten fallen unter den allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes — ein Nest ohne vernünftigen Grund mutwillig zu zerstören, ist verboten. Die Hornisse (Vespa crabro) genießt darüber hinaus als einzige heimische Faltenwespenart einen besonderen Schutzstatus nach der Bundesartenschutzverordnung.
Darf ich ein Wespennest selbst entfernen?
Bei der besonders geschützten Hornisse brauchst du dafür immer eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Bei Deutscher oder Gemeiner Wespe ist eine Entfernung nur bei einem „vernünftigen Grund“ zulässig (etwa akute Gefährdung, z. B. bei einer Bienengift-Allergie direkt am Hauseingang) — und selbst dann ist ein Fachbetrieb oder Imker die sicherere Wahl als ein Eigenversuch.
Was hilft wirklich gegen Wespen am Esstisch?
Am zuverlässigsten ist Ablenkung statt Bekämpfung: eine Ablenkfütterung mit überreifem Obst deutlich abseits des Tisches, offene Süßgetränke und Fleisch sofort abdecken oder wegräumen, Fallobst regelmäßig aufsammeln. Ein Insektenschutzgitter am Fenster verhindert zusätzlich, dass Wespen erst gar nicht ins Haus gelangen. Von Tötungsfallen raten wir ab — sie sind ohne vernünftigen Grund nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz unzulässig und treffen überwiegend andere Insekten.
Was zieht Wespen überhaupt an?
Im Spätsommer vor allem Süßes und Eiweiß: Limonade, Kuchen, Fallobst, aber auch Wurst und Fleisch vom Grill. Je später im Jahr, desto mehr verschiebt sich das Interesse Richtung Zucker, weil die Völker dann keine Brut mehr zu versorgen haben.
Stirbt ein Wespennest von selbst ab?
Ja. Ein Wespenvolk stirbt jedes Jahr im Herbst komplett ab, nur begattete Jungköniginnen überwintern einzeln geschützt und gründen im Frühjahr an anderer Stelle ein neues Volk. Ein leeres Altnest wird nicht wiederbesiedelt — oft reicht deshalb einfach abwarten.
Wann muss ich einen Fachbetrieb rufen?
Bei Nestern der besonders geschützten Hornisse immer, außerdem bei Nestern in unmittelbarer Nähe von Allergiker:innen, Kindern oder stark frequentierten Bereichen wie Hauseingängen. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob eine Umsiedlung statt Entfernung möglich ist.
Angaben zum Schutzstatus beruhen auf Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung sowie Einordnungen von umweltbundesamt.de, bussgeldkatalog.org und faire-wespe.de, Stand 31. Juli 2026. Produkt-Links führen zu Amazon; als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
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